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Lossower Feuerwehr:
 

Die Dorfordnung von 1702 enthielt folgende Bestimmung:
„Zur Bekämpfung vorkommender Brände hatte jeder Richter und Dorfschulze eine Feuerspritze, lederne Wassereimer und eine fertige lange Leiter, jeder Ackersmann und Hüfner ebenfalls eine Leiter, einen fertigen geschmierten Eimer und eine Laterne, jeder Halbhüfner einen Feuerhaken und endlich jeder Kossät oder Einsasse Laterne und geschmierte Eimer zu halten.“
Vertreter der Gemeinde sollten im ganzen Dorf herumgehen und jeden Schornstein, jede Feuerstätte in jedem Haus kontrollieren und Mängel abstellen.

Friedrich der II. errichtete die Feuersozietät, um bei Brandschäden aber auch bei Missernten die Geschädigten zu unterstützen. Mit dem Anwachsen von Städten und Dörfern sowie der Entwicklung von Wissenschaft und Technik wurden auch die Anforderungen an das Feuerlöschwesen immer größer. Es entstanden Stadt- und Ortsfeuerwehren und dann die Freiwillige Feuerwehr. Die erste Freiwillige Feuerwehr wurde am 15.09.1855 in Wriezen vom damaligen Bürgermeister Albert Mahler im Regierungsbezirk Frankfurt (Oder) gegründet. 
Im Jahr 1877 entstand der Provinzial-Feuerwehr-Verband Brandenburg, der sich aus den Vertretern der Kreisfeuerwehrverbände zusammen setzte. Der Kreis Lebus hatte 63 Wehren, dazu gehörte auch die Freiwillige Feuerwehr Lossow. 
Die Ortswehr Lossow wird erstmals in Zusammenhang mit dem Großbrand in Tzschetzschnow am 08.09.1811 erwähnt. In einer Nachricht des Frankfurter „Patriotischen Wochenblatt“ vom 14.09.1811 wird berichtet, dass die Lossower Wehr mit zu den ersten zählte, die am Brandherd erschienen.

Eine Sage überliefert das Geschehene so:

 Die Sage von dem Feuerreiter

„In dem Dorfe Lossow gab es vor langen, langen Jahren einen Mann, der die Gabe hatte, bei Ausbruch einer Feuersbrunst  diese zu löschen. An einem Sonntagnachmittag brach in dem bei Lossow gelegenen Dorf Tzschetzschnow ein großes Schadenfeuer aus. Obwohl viele Spritzen zur Stelle waren und Menschenhände alles Mögliche taten, das Feuer zu löschen, griff es doch immer weiter um sich . Eine unheimliche Macht schien das Feuer zu treiben; das halbe Dorf war schon niedergebrannt. Verzweifelt standen die Menschen und rangen die Hände. Da nahte vom Dorfe Lossow jener Feuerreiter auf seinem Pferde. Er ritt dreimal um das Feuer herum und sprach dazu eine Gebetsformel. Alsbald legte sich die Gewalt des Feuers, und es wähnte nicht lange, so war es erloschen. Bis auf den heutigen Tag erinnern sich noch die alten Leute in Tzschetzschnow dieser Sage.“ (Nach: „Heilige Ostmark 1925“)

Nach Angaben von Feuerwehrmitgliedern soll die Freiwillige Feuerwehr Lossow wahrscheinlich im Jahre 1895 gegründet worden sein. Diese Jahreszahl stand auf der ältesten Spritze, die die Feuerwehr hatte. Ein schriftlicher Beleg für den Gründungstermin konnte bisher nicht ermittelt werden. Ein Spritzenhaus für Geräte besaß die Lossower Feuerwehr nicht. Sie stellte die Spritze und andere Geräte an unterschiedlichen Orten unter, so zum Beispiel für längere Zeit in der Scheune bei Fam. Birkholz. Zu den kulturellen Höhepunkten in Lossow gehörten jahrelang das Stiftungsfest und der Feuerwehrball. Mit der Machtübernahme der Nazis wurde auch die Feuerwehr in die Kriegsvorbereitung mit einbezogen und im Luftschutzdienst ausgebildet. Leiter der Feuerwehr wurde 1935 der Bürgermeister Zeese. 
Nach 1945 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Lossow neu aufgebaut. Einige alte Kameraden fanden sich zusammen, wie Helmut Mann, Wilfried Mann, Horst Nicolai, Manfred Steinmann, Günter Jeschke, Helmut Bock, Günter Grunow und neue kamen hinzu. Gemeinsam begannen sie, die noch vorhandenen Geräte in Ordnung zu bringen. Auf dem Gelände des ehemaligen Gutes erhielt die Feuerwehr von der LPG ein Gebäude, in dem ein Geräteraum eingerichtet wurde. 

Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Lossow waren nach 1945 die Kameraden:
Helmut Bock, Helmut Mann, Günter Grunow, als stellvertretender Leiter arbeitete viele Jahre Günter Jeschke. Seit 1981 ist Karl-Heinz Winter Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Lossow. 1980 wurde eine Jugendgruppe gegründet, und 1983 begannen ca. 10 Frauen aktiv in der Feuerwehr mitzuarbeiten. Die Frauengruppe der Feuerwehr nahm an Bezirksausscheiden teil und konnte sogar einen zweiten Platz erkämpfen. 
Am 4. Juni 1993 wurde der Lossower Feuerwehr nach zweijähriger Bauzeit ein neues Gerätehaus durch den stellvertretenden Oberbürgermeister Frankfurts, Detlev-Heino Ewert, übergeben. Das neue Feuerwehrhaus wurde mit einem Kinderfest und einem Feuerwehrball eingeweiht. Seit der Übergabe wird dieses Feuerwehrhaus vielfältig genutzt, so u.a. als Versammlungsraum des Dorfclubs, als Wahllokal oder als Raum zum Austragen von Feuerwehrfesten.
Am 19.06.1999 wurde in Cybinka (Polen) ein Vertrag zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Cybinka und der Freiwilligen Feuerwehr Lossow geschlossen. Vereinbart wurde die gegenseitige mehrjährige Zusammenarbeit im Kompetenzbereich der Aufgabenstellung für die Einheiten des Feuerschutzes auf dem Gebiet von Polen und Deutschland.  
Am 06. und 07.Juli 2001 wurde das 100 jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr mit einer Fahnenweihe gefeiert.
Am 13.12.2002 fand im Schulungsraum in der Lindenstraße die Gründungsfeier 
der Freiwilligen Feuerwehr Lossow e.V. statt. 

Die Freiwillige Feuerwehr Lossow hat derzeit 42 Mitglieder und 8 Ehrenmitglieder. Davon gehören 11 der Jugendgruppe an.

Dokumentierte Großbrände, bei denen die Freiwillige Feuerwehr Lossow zum Einsatz kam:

08.09.1811 Großfeuer in Tzschetzschnow. 
Es brannten 19 Gehöfte und die Scheune des Pfarrers ab.
16.04.1815 Brand in Lossow. Als die Gemeinde in der Kirche war, begann es zu brennen. Insgesamt waren 16 Familien betroffen.
10.11.1871 In Tzschetzschnow geriet die Scheune des Pfarrers in Brand.
13.07.1885 Am späten Nachmittag gegen 17.45 Uhr schlug ein Blitz in den Kirchturm ein, setzte ihn in Brand und beschädigte die Turmuhr. Ein zweiter Blitz schlug danach in das eigentliche Kirchengebäude ein. Von dort aus sprang er auf das nahegelegene Haus des Schmiedemeisters Birkner über und setze die Kirche sowie mehrere Gebäude der Familie Birkner in Brand. Durch die Löscharbeiten der Lossower Feuerwehr konnte das Kirchengebäude gerettet werden. Der Turm und der Birknersche Hof brannten ab.
27.10.1908 Auf dem Gut brannte eine Großscheune bis auf den Grund ab. Es brannten ein 20  Meter langer Schuppen und ein Stallgebäude des Besitzers Sadanach sowie ein   20 Meter langes Stallgebäude des Besitzers Henkel und der angrenzende Gasthof.
14.06.1934 Brand auf dem Vorwerk in Lossow.
Es brannte ein Schweinestall, die Tiere konnten gerettet werden.
Juli 1935 Brand in der Lossower Heide
April 1945 In den Kriegswirren werden einige Scheunen östlich vom Dorf und die Kirche in    Brand geschossen.
April 1950 Waldbrand in der Halde bei Lossow
Juli 1950 Die Scheune des Bauern Schwarz brannte mit den Ernteerträgen und wertvollen Maschinen vollständig ab.
Sommer 1963 Die Scheune der Familie Franke (Woite) brannte durch Blitzschlag ab.